»Gleichzeitig dreht sich das Rad immer schneller. Als könnte man der Unsinnigkeit des Rennens durch Schneller-Rennen entkommen.«
JULI ZEH, ÜBER MENSCHEN, 2021
Was mich antreibt
In ihrem Roman Über Menschen beschreibt Juli Zeh, wie wir in unserer Lebens- und Arbeitswelt immer wieder zur nächsten zu bewältigenden Aufgabe hetzen und uns dabei glauben machen, wir können irgendwann mal »fertig« sein. Tatsächlich wird es diesen Zustand nie geben, weil nach jeder Aufgabe schon die nächste lauert. Und insgeheim ahnen wir, dass wir durch stetes Abarbeiten, Projekte-Beenden und -Wiederbeginnen nur unsere Angst vor dem Stillstand unterdrücken. Wir rennen, optimieren, rennen weiter, bis wir irgendwann krank werden.
Wie wäre es hingegen, sich mit dieser Angst zu konfrontieren und einfach mal innezuhalten?
Wie wäre es, zu überlegen, ob man nur in der kollektiven Masse mitschwimmt, weil man es nicht anders kennt?
Wie wäre es, zu hinterfragen, ob es eine Alternative zu altgelernten Mustern und kopierten Verhaltensweisen gibt?
Und wie wäre es, zu spüren und zu wissen, was man tatsächlich braucht, wer man ist, was man kann und will, ganz individuell?
Aus meiner über 11-jährigen Berufserfahrung als Gymnasiallehrerin und meinen Erlebnissen als Mutter zweier Söhne (9 und 4 Jahre) weiß ich, wie sehr schon die jüngsten Schulkinder »rennen« (müssen). Bereits in Jahrgangstufe 2 steigt das Lernpensum enorm. Nicht selten wird auch der hier entstehende Leistungs- und Notendruck nicht optimal begleitet.
Einen Wunsch nach Veränderung hatte ich schon länger. Als Lehrerin bin ich immer häufiger unzufrieden aus meinem Unterricht gekommen, weil ich das Gefühl hatte, den Schülerinnen und Schülern nicht ausreichend das geben zu können, was sie tatsächlich brauchen: eine Sinnhaftigkeit, ein Gefühl von Selbstbestimmtheit, Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung. Schließlich müssen Lehrpläne erfüllt und Noten gegeben werden.
Als dann mein älterer Sohn – voller Motivation und Vorfreude – in die Schule kam und sich dies in nur wenigen Wochen ins Gegenteil verkehrte, verstärkte sich mein Wunsch, etwas ändern zu wollen. Durch die Ausbildung zur zertifizierten Glückslehrerin habe ich als Pädagogin einen neuen Sinn in meinem Beruf gefunden. Und jede erteilte Glücksstunde – mit all den verschiedenen Reaktionen der Schülerinnen und Schüler – bestätigt mich darin.
Christin Kühnemann
Meine
Qualifikationen
seit 2023
Lehrerin für das Schulfach Glück an verschiedenen Schulen und EInrichtungen in Leipzig
2022
zertifizierte Glückslehrerin, Sethasa gGmbH Berlin – Kooperationspartner des Fritz-Schubert-Instituts für Persönlichkeitsentwicklung Heidelberg
2022
Konzeption von Lernmaterial zur Kompetenz- und Resilienzförderung für die Agentur Feinliner, Leipzig
2021
Kursleiterin »Starke Eltern – starke Kinder« (Modell der anleitenden Erziehung), Deutscher Kinder-Schutz-Bund, Dresden
seit 2012
Lehrerin für die Fächer Deutsch, Kunst und manchmal Glück in den Sekundarstufen I und II am Bischöflichen Montessori-Schulzentrum Leipzig
2012
Zweites Staatsexamen für das höhere Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Kunst
2010
Erstes Staatsexamen für das höhere Lehramt an Gymnasien in den Fächern Deutsch und Kunst
2009
Leitung eines Deutsch-Konversationstrainings für italienische Jugendliche, Venedig-Mestre Erasmuspraktikum in der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft, Venedig
Glück – was ist das eigentlich?
Glück, im Sinne eines hohen psychologischen Wohlbefindens, ist sehr individuell und daher nicht eindeutig und allgemein zu definieren.
Wann ein Mensch jedoch unglücklich ist, lässt sich klarer benennen:
Unglück ist ein Gefühl von Inkonsistenz (Ich weiß nicht mehr, wer ich bin),
Inkohärenz (Ich weiß nicht mehr, was ich will)
und Inkompetenz (Ich weiß nicht mehr, was ich kann.).
Glück hat also mit dem Gefühl zu tun, sein Leben kompetent und selbstbestimmt gestalten zu können. Dies schafft eine langfristige positive Beziehung zu sich selbst wie auch zu anderen – eine wichtige Bedingung, um psychisch und physisch gesund zu bleiben. Genau hier setzt das Schulfach Glück an.
Adresse
Christin Kühnemann
Naumburger Straße 28
04229 Leipzig
Kontakt
hallo@glückssache-leipzig.de